Deutscher Film:
Der Architekt
Der erfolgreiche Hamburger Architekt Georg Winter (Josef Bierbichler) fährt mit seiner Frau (Hilde Van Mieghem) und seinen beiden erwachsenen Kindern (Sandra Hüller und Matthias Schweighöfer) zur Beerdigung seiner Mutter in das verschneite Heimatdorf in den Bergen.
Auf der Trauerfeier erscheint plötzlich die geheimnisvolle Hannah (Sophie Rois) mit ihrem Sohn Alex (Lucas Zolgar). Sie bringt eine Wahrheit ans Licht, die die Familie in einen Strudel von Sehnsüchten und Verwirrungen stürzt. Als das Dorf durch eine Schneelawine von der Außenwelt abgeschnitten wird, kann niemand mehr entkommen...
Auf der anderen Seite
Als der pensionierte Witwer Ali der Prostituierten Yeter begegnet, glaubt er, dass sie seiner Einsamkeit ein Ende setzen könnte. Er schlägt ihr vor, gegen eine regelmäßige monatliche Unterstützung, mit ihm zusammenzuleben. Nejat, Alis belesener Sohn, missbilligt die Wahl seines halsstarrigen Vaters. Allerdings wächst sein Respekt gegenüber der liebenswürdigen Yeter, als er entdeckt, dass sie seit langem den größten Teil ihres schwer verdienten Geldes nach Hause in die Türkei schickt, um das Studium ihrer Tochter zu finanzieren.
Allein und abgebrannt hat sich die vor der Polizei nach Deutschland geflüchtete Türkin Ayten mit der etwa gleichaltrigen deutschen Studentin Lotte angefreundet. Lotte bietet Ayten an, bei ihr zu wohnen, worüber ihre konservative Mutter Susanne alles andere als erfreut ist. Aber Ayten wird festgenommen und muss zurück in die Türkei, wo sie inhaftiert wird. Die leidenschaftliche Lotte will sich damit nicht abfinden und gibt alles auf, um Ayten zu helfen. Der Tod einer der Figuren führt die Schicksale zusammen.
Herr Lehmann
Wir schreiben das Jahr 1989: Berlin Kreuzberg SO 36 ist ein kleiner Kosmos in einer riesigen Galaxie, schon das angrenzende Kreuzberg 61 ist befremdendes Ausland, Charlottenburg ein anderer Kontinent und die DDR ein fremder Planet.
Kreuzberg SO36 ist der Kiez, in dem Herr Lehmann zu Hause ist. Er ist der Guru einer beschaulichen, übersichtlichen Welt voller Philosophen, Künstler, Biertrinker, Kokser, Heteros, Schwuler und anderer Lebenskünstler, die inmitten einer feindlich gesinnten Welt ihre Enklave und das Recht auf Stillstand gegen jede Form von Veränderung verteidigen.
Herr Lehmann heißt eigentlich Frank, aber da er schon bald dreißig wird, nennen ihn alle nur noch „Herr Lehmann“.
Doch unaufhaltsam schleichen sich Störungen in die lieb gewordenen Gewohnheiten seines Lebens. Ein aufdringlicher Hund, der Besuch seiner Eltern, die schöne Köchin Katrin, sein bester Freund Karl und ein bis dato unbekannter Kristallweizen-Trinker werden in kurzer Zeit für mehr als nur Unruhe sorgen.
Während sich im Ostteil der Stadt und in der ganzen DDR große Umbrüche ankündigen, hat Herr Lehmann alle Hände voll zu tun, die an ihn herangetragenen Herausforderungen zu bewältigen.
Der freie Wille
Neun Jahre hat Theo wegen mehrfacher Vergewaltigung gesessen. Jetzt will er ein neues Leben beginnen. Während er in der betreuten Wohngemeinschaft im trostlosen Mühlheim Fuß zu fassen versucht, spürt er, wie sein brutaler Trieb langsam wieder in ihm aufsteigt. Dann trifft er die 27-jährige Nettie, die sich nach jahrelangem psychischen Martyrium endlich von ihrem Vater gelöst hat. Vorsichtig und argwöhnisch beginnen die beiden eine Liebesbeziehung ...
Als Bester Film von der Gilde Deutscher Filmkunsttheater und auf dem Tribeca Film Festival prämiert. Jürgen Vogel wurde mit dem Silbernen Bären und beim Chicago International Film Festival ausgezeichnet.
Wolke 9
Inge geht auf die 70 zu, fühlt sich aber wie 17. Sie hat sich verliebt. Karl wird bald 80. Es ist Leidenschaft. Es ist Sex. Dass ihr das noch einmal passiert, hätte sie nicht gedacht. Inge ist mit Werner verheiratet. Seit 30 Jahren. Sie liebt ihren Mann. Er war immer gut zu ihr. Liebe braucht Zeit. Die haben alle drei nicht mehr.
Vor fünfzehn Jahren sah ich den Dokumentarfilm eines belgischen Freundes, der hieß Die Männer meiner Oma. Und da erzählte eine Dame von 78 Jahren ihrem Enkel, wie das so war im Bett und wie Männer heute auf sie wirken, etwa wenn sie zum Arzt geht: sie wirken. Ich war darauf so nicht vorbereitet. Das hört also gar nicht auf, dachte ich.
Haben wir denn unseren Eltern wirklich zugetraut, dass sie noch Sex haben? Und nun sind wir genau so alt wie damals unsere Eltern. Bloß seelisch nicht. Seelisch fühle ich mich noch immer wie ein Teenager, manchmal zumindest, nur dass ich nicht mehr so aussehe. Die Seele altert nicht. Und außerdem ist das Leben gerade heute so ungerecht. Schon ab fünfzig haben viele keine Arbeit mehr, spätestens ab sechzig, und dann sollen sie nicht mal mehr Sex haben?
– Andreas Dresen
Filme von Werner Herzog, Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff, Joseph Vilsmaier, Margarethe von Trotta, Sonja Heiss, Pepe Danquart, Florian Borchmeyer, Georg Wilhelm Pabst u.v.a. in unserer Mediathek